Zur Geschichte und Organisation des Vereins
Vereinsgründung
Gegen Ende des Jahres 1949 bildeten interessierte Vertreter von Vereinen und Behördenleiter aus dem Untereichsfeld einen Arbeitskreis mit dem Ziel, einen „Heimatverein Goldene Mark Untereichsfeld" zu gründen. Am 18. November brachte das „Göttinger Tageblatt" und tags darauf die „Südhannoversche Volkszeitung" die Nachricht, daß es zur Pflege des Heimatgedankens und zur Förderung aller Bestrebungen im Dienste der Heimat wieder einen Heimatverein geben werde. Eine der treibenden Kräfte war Hauptlehrer Bernhard Otto.
Die im November 1949 geplante Gründungsversammlung fand am 5. Januar 1950 statt. Landrat Karl Diedrich lud auch die 15.000 im Landkreis Duderstadt lebenden Heimatvertriebenen zur Mitwirkung ein. Unter den Gründungsmitgliedern waren Dr. Matthias Gleitze, Oberkreisdirektor des Landkreises Duderstadt, sowie Richard Ohlmer, Karl Mecke und Theodor Keseling, die wie Bernhard Otto bereits dem Vorgängerverein angehört hatten. Bernhard Otto war bei der Vorbesprechung zum 1. Vorsitzenden ausersehen worden und wurde am 5. Januar auch gewählt. Den „Männern der ersten Stunde" oblag es, den Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld) mit Leben zu erfüllen, Mitglieder zu werben, kompetente Mitarbeiter zu gewinnen und die Aufgaben des Vereins in den Orten des Untereichsfeldes bekannt zu machen. Ein Mittel war - neben Berichten in der Tagespresse, dem „Göttinger Tageblatt" und der „Südhannoverschen Volkszeitung" - die geplante illustrierte Monatszeitschrift „Die Goldene Mark" des Heimatvereins, in der nach Bernhard Otto die vielgestaltige Heimatarbeit ihren Niederschlag finden sollte.
Mit Heimatforschung, Heimatpflege und Fremdenverkehr stellte sich der neue Heimatverein drei Aufgabenbereiche. Bei der Heimatforschung brachten sich besonders Richard Kretzschmar, der Stadtarchivar, und Theodor Keseling ein und bei der Heimatpflege Paul Buerschaper, Clara Gerlach, Josef Kircher und Carl Röling. Für die Fremdenverkehrswerbung zeichneten neben dem Landrat des Kreises Duderstadt und dem Bürgermeister der Stadt Duderstadt, Karl Ehmann, Inhaber eines Reisebüros, Franz Haase, Gastwirt, und Karl Mecke, Buchdruckmeister, verantwortlich.
Der Heimatverein ging im Jahr 1950 mit sehr viel Elan an die Arbeit. In der Heimatforschung waren die heimatgestaltenden Kräfte zu erforschen wie geologischer Aufbau, Werden und Wandel der Landschaft, Wetter und Klima, Tier- und Pflanzenwelt, Menschenarbeit, Sprache, Volksleben, Geschichte. Die Heimatpflege sah es zuvörderst als ihre Aufgabe an, die Ergebnisse der Heimatforschung volkstümlich auszuwerten. Weiter waren unter Heimatpflege das aktive Betreiben von Naturschutz, Verhütung der Verschandelung des Landschaftsbildes, Pflege von Mundart, Sitten und Bräuche, Volkslied und Volkstanz zu verstehen sowie Heimatwandern und Veranstaltung oder Mitwirkung bei Heimatabenden und Heimat- und Dorffesten. Nach einem Jahr konnte der 1. Vorsitzende feststellen, daß der Verein nicht nur die Unterstützung seitens der Behörden erfahre, sondern auch Widerhall in der Bevölkerung gefunden habe.
Vereinsorganisation
Die Satzung des Heimatvereins Goldene Mark (Untereichsfeld) e.V. ist auf der Jahreshauptversammlung am 10. Februar 1954 verabschiedet und danach dem Amtsgericht Duderstadt zur Eintragung ins Vereinsregister vorgelegt worden. Aus sachbezogenen und inhaltlichen Gründen sind im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte Satzungsänderungen erforderlich gewesen, so nach Auflösung des Landkreises Duderstadt 1972.
Es gibt den geschäftsführenden Vorstand und den Gesamtvorstand. Der geschäftsführende Vorstand des Heimatvereins Goldene Mark (Untereichsfeld) e.V. setzt sich zusammen aus dem 1. und dem 2. Vorsitzenden, dem Schriftführer, dem Rechnungsführer und dem Büchereiwart. Zum Gesamtvorstand gehören die Beisitzer. Mit Vereinsgründung übernahm Bernhard Otto das Amt des l. Vorsitzenden. Dr. Franz Boegehold wurde 2. Vorsitzender. Beide bekleideten diese Funktionen bis zu ihrem Tod. Dr. Franz Boegehold starb 1979, Anfang 1981 auch Bernhard Otto. Auf der Jahreshauptversammlung 1981 wurden Helmut Bömeke zum l. Vorsitzenden und Helmut Mecke zu seinem Stellvertreter gewählt. Beide sind heute noch tätig.
l. Schriftführer wurde 1950 Heinrich Nörthemann; er bat 1982 um Ablösung. Nachfolger wurde Heinrich Schenke, auf den im nächsten Jahr Herbert Pfeiffer folgte. Das Amt des 2. Schriftführers übernahm bis 1954 Karl Borchard, bis 1978 Karl Mecke und dann Eva Krüger. Für das Amt des Rechnungsführers stellte sich 1950 Benno Eckhardt zur Verfügung. Er übergab es 1990 an Irmtraud Stapelbroek - und war damit das am längsten amtierende Vorstandsmitglied. 1998 übernahm Herbert Koch die Funktion des Rechnungsführers, die er 2006 an Gerald Werner weitergab.
Büchereiwart wurde 1950 Alfons Nolte. Er gab das Amt 1963 an den Stadtarchivar Josef Dieck ab, der es bis zu seinem Tod 1967 ausübte. Bis 1971 blieb das Amt unbesetzt, dann übernahm es bis zu seinem Tod 1981 Dr. Christoph Lerch, ebenfalls ehrenamtlicher Stadtarchivar. Danach verblieb das Amt des Bücherwartes bei den nunmehr hauptamtlichen Stadtarchivaren Duderstadts.
Dem Beirat gehörten seit 1950 kraft ihres Amtes der Oberkreisdirektor des Landkreises Duderstadt, später des Landkreises Göttingen, und der Stadtdirektor von Duderstadt, heute der Bürgermeister, an sowie seit 1954 die Leiterin oder der Leiter des Heimatmuseums in Duderstadt. Weitere Beisitzer wurden später vom Vorstand im Laufe des Vereinsbestehens bestimmt wie Paul Buerschaper, Karl Fahrig, Karl Habich, Hanni Meinberg, Berta Kretzschmar, Joachim Grote, Friedrich Bauer, Walter Frische, Dr. Hans-Heinrich Ebeling und Hans-Reinhard Fricke.
Bei der Gründungsversammlung gab es 32 spontane Beitritte. 1957 zählte der Heimatverein 157 Mitglieder; 1973 waren es 179, 1978 259 und 1982 290; im 50. Jubiläumsjahr 2000 waren es 200 Mitglieder. Außer aus Duderstadt mit den seit 1972 eingemeindeten Orten und der Goldenen Mark leben Mitglieder des Heimatvereins im übrigen Niedersachsen und im Bundesgebiet sowie einige im Ausland.
G. Pischke
Der Verein
Heimatverein Goldene Mark